Weißrussland

velcom | A1 Weißrussland

 

Velcom Dual Brand

Die makroökonomischen Verbesserungen in Weißrussland setzen sich im Berichtsjahr fort und das BIP dürfte im Jahr 2018 um 4,0 % (IWF-Schätzung) zugelegt haben (2017: +2,4 %). Der weißrussische Rubel wertete im April stark ab, die Abwertung verringerte sich danach aber und betrug im Jahresverlauf 9,3 % (Periodendurchschnitt). Darüber hinaus setzte die Regierung ihre restriktive Haltung bei Preiserhö­hungen fort, um die Inflation zu stabilisieren, welche sich im Jahresvergleich auf 5,6 % belief.

Trotz fehlender 4G-Lizenz behielt velcom den hohen Standard seines Mobilfunknetzes in Bezug auf Abdeckung und Quali­tät bei. Der intensive Wettbewerb im Mobilfunk konzentrierte sich im Berichtsjahr auf Tarife
mit unbegrenzten Datenvolu­men. Diese Angebote belasteten die Erlöse aus dem Verkauf von Datenpaketen. Vor diesem Hintergrund setzte velcom auf unbegrenzte Daten- und Sprachtelefonie-Angebote mit Geschwindigkeitsbegrenzungen je nach gewähltem Tarif. Die kontinuierliche Verlagerung von Prepaid- zu Vertragsangebo­ten setzte sich weiter fort. Währenddessen blieb die Nachfrage nach teuren Endgeräten hoch und die Marge auf Endgeräte positiv. Die Position im Festnetzbereich wurde durch die Akquisition von Vitebsk Garant, konsolidiert ab 1. Mai 2018, ge­stärkt. Da die finanzielle Auswirkung von Vitebsk Garant auf das Segment Weißrussland marginal ist, wird auf eine Proforma-Darstellung verzichtet.

Im Mobilfunkgeschäft wurden zum 1. April und zum 1. September 2018 inflationsbedingte Preiserhöhungen in Höhe von 2,9 % beziehungsweise 2,4 % durchgeführt. Die Festnetztarife für bestehende Kunden erhöhte velcom im März und Oktober 2018 um 9,0 % beziehungsweise 5,0 %.

Die Umsatzerlöse im Segment Weißrussland gingen im Jahres­vergleich um 1,2 % zurück (berichtet: –0,3 %). Ohne kleinere positive Einmaleffekte im Berichts- und Vergleichsjahr sowie einen negativen Wechselkurseffekt in Höhe von 40,0 Mio. EUR stiegen sie im Jahresvergleich um 8,4 % an (berichtet: +9,5 %). Dieser Anstieg in Lokalwährung resultierte aus höheren Er­lösen aus dem Verkauf von Endgeräten. Bedingt waren diese durch teurere Endgeräte und höhere Mengen, die durch ein attraktives Smartphone-Portfolio, Werbeaktionen und Raten­verkäufe unterstützt wurden. Die Erlöse aus Dienstleistungen sanken, da die höheren Erlöse aus Festnetzdienstleistungen die niedrigeren Erlöse aus Mobilfunkdienstleistungen infolge der oben beschriebenen geringeren Daten-Monetarisierung nicht ausgleichen konnten.

Die Kosten und Aufwendungen stiegen in Lokalwährung an, was auf höhere Kosten für Endgeräte aufgrund teurerer End­geräte und höherer Mengen sowie andere in harter Währung verrechnete Kosten und Personalkosten zurückzuführen war. Die Content-Kosten fielen ebenfalls höher aus. Die Zusammen­schaltungsaufwendungen erhöhten sich wegen des Anstiegs ausgehender Verbindungen.

Das EBITDA verringerte sich ohne Währungseffekte und ohne Einmaleffekte um 1,9 % (berichtet: –1,6 %), hauptsächlich auf­grund niedrigerer Erlöse aus Mobilfunkdienstleistungen, die nicht durch höhere Erlöse aus
Festnetzdienstleistungen wett­gemacht werden konnten. Zusammen mit höheren Abschrei­bungen im Vergleich zum Vorjahr, bedingt durch die Marken­wertabschreibung in Höhe von 31,3 Mio. EUR (2017: 13,0 Mio. EUR), reduzierte sich das Betriebsergebnis um 28,8 %. Ohne die Abschreibungen der Markenwerte aufgrund
des Rebran­dings reduzierte sich das Betriebsergebnis im Jahresvergleich um 12,6 %.

Die vorhergegangene Analyse stützt sich, soweit nicht anders angegeben, auf Proforma-Zahlen. 1)

1)Proforma-Zahlen sind nicht geprüft und beinhalten Effekte aus zwischen Anfang der Vergleichsperiode und Ende der Berichtsperiode getätigten M&A-Transaktionen. Dies betrifft in Weißrussland den Erwerb des
Festnetzanbieters Garant (Gomel), konsolidiert zum 1. August 2017.