Österreich

A1 Telekom Austria

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Der Wettbewerb auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt war im Jahr 2017 weiterhin von aggressiven Verkaufsförderungsmaßnahmen, einschließlich hoher Datenvolumina im mobilen No-Frills-Geschäft, aber auch von der Daten-Monetarisierung im Vertragskundengeschäft geprägt. In diesem Zusammenhang monetarisiert die A1 Telekom Austria AG die steigende Nachfrage nach Daten über hohe inkludierte Datenvolumina und inkludiertes Daten-Roaming in den Premium-Tarifen. In diesen werden seit November 2017 auch „zero-rated"-Dienste angeboten, mit denen bestimmte Datendienste wie zum Beispiel Musik- und Video-Streaming unabhängig vom jeweiligen Datenlimit konsumiert werden können. Gleichzeitig setzt die A1 Telekom Austria AG sich dem Preisdruck im No-FrillsSegment mit ihren No-Frills-Marken bob und YESSS!, z.B. durch wettbewerbsfähige nationale Tarife, entgegen. Zudem hat das Unternehmen attraktive regionale Verkaufsförderungsmaßnahmen und zielgruppenorientierte Produkte, etwa für das Jugend-Segment, eingeführt.

Das Festnetzgeschäft profierte von der gestiegenen Nachfrage nach Breitbandprodukten mit höherer Bandbreite. In diesem Zusammenhang bleibt neben den klassischen Glasfaserprodukten das Hybrid-Modem als Kombination von Festnetzund Mobilfunknetzwerk ein weiterer zentraler Bestandteil, um A1 Festnetzprodukte mit höheren Bandbreiten anbieten zu können. Zum 1. August 2017 wurden die Grundentgelte für bestehende Kunden im Festnetzgeschäft erhöht.

Darüber hinaus spielen mobile WLAN-Router mit unbegrenztem Datenangebot im österreichischen Breitbandmarkt weiterhin eine wichtige Rolle. Daher runden praktische, unbegrenzte mobile Breitbandangebote das datenzentrische PremiumAngebot von A1 ab. Am 26. Juni 2017 erhöhte A1 die verfügbare Download-Geschwindigkeit ihres Mobil- und FestnetzBreitbandangebots auf bis zu 300 Mbit/s.

Im Berichtsjahr ging die Gesamtzahl der Mobilkommunikationskunden im Jahresvergleich um 1,9% zurück, was gänzlich auf einen Rückgang der Zahl der Prepaid-Kunden zurückzuführen war. Gleichzeitig führte eine hohe Nachfrage nach mobilen WLAN-Routern und höherwertigen Tarifen zu einem Anstieg der Postpaid-Kunden. Der Marktanteil in der Mobilkommunikation reduzierte sich im Berichtsjahr auf 38,8 % (2016: 39,4 %). Im Festnetzgeschäft verringerten sich die umsatzgenerierenden Einheiten (RGUs) im Jahr 2017 um 3,0 %, hauptsächlich bedingt durch RGU-Verluste im Bereich der Sprachtelefonie. Während die Nachfrage nach Glasfaser-Upgrades weiterhin stark war und die TV-RGUs nach wie vor ein solides Wachstum verzeichneten (+4,5 % im Jahresvergleich), ging die Zahl der Festnetzbreitband-RGUs um 2,3% im Jahresvergleich zurück. Dies lag sowohl an der anhaltenden Substitution durch mobile WLAN-Router, als auch an der oben erwähnten Preiserhöhung vom 1. August 2017, die zu einer höheren Abwanderung führte.

Im Segment Österreich stiegen die Umsatzerlöse, inklusive der weiter oben dargelegten positiven Einmaleffekte in Höhe von 14,2 Mio. EUR im 1. Quartal 2017, im Berichtsjahr im Jahresvergleich um 2,0 % an. Ohne diese Effekte erhöhten sich die Umsatzerlöse um 1,4 %. Der Anstieg wurde durch höhere Erlöse aus Solutions & Connectivity und Zusammenschaltungen im Festnetzbereich, steigende Erlöse aus Festnetzdienstleistungen im Privatkundengeschäft sowie höhere Erlöse aus dem Verkauf von Endgeräten getragen. Die Erlöse aus Festnetzdienstleistungen im Privatkundengeschäft stiegen, da höhere Breitband-Erlöse aufgrund einer soliden Nachfrage nach Produkten mit höherer Bandbreite sowie der oben dargelegten Preiserhöhungen und steigende TV-Erlöse die niedrigeren Erlöse aus Sprachminuten mehr als wettmachen konnten. Im Mobilfunkgeschäft waren die niedrigeren Erlöse aus Mobilfunkdienstleistungen auf die negativen Effekte aus der schrittweisen Abschaffung des Endkunden-Roamings in der EU per 30. April 2016 und 15. Juni 2017 sowie die Verluste im Prepaid-Segment zurückzuführen. Teilweise kompensiert wurde dies durch höhere Erlöse im mobilen Breitbandgeschäft und im Vertragskundengeschäft. Die Erlöse aus dem Verkauf von mobilen Endgeräten stiegen aufgrund höherer Absatzzahlen und eines geänderten Endgeräteportfolios mit einer Verlagerung zu höherwertigen Geräten.

Der durchschnittliche monatliche Erlös pro Kunde (ARPU) ging im Jahresvergleich von 15,8 EUR im Jahr 2016 auf 15,6 EUR im Jahr 2017 zurück, was im Wesentlichen auf die negativen Roaming-Effekte zurückzuführen war. Ohne Roaming wäre der ARPU im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der durchschnittliche monatliche Erlös pro Festnetzanschluss (ARPL) erhöhte sich von 28,0 EUR im Jahr 2016 auf 29,3 EUR im Jahr 2017. Ursächlich hierfür waren in erster Linie Upselling-Maßnahmen im Breitbandgeschäft sowie die oben dargelegten Preiserhöhungen.

Im Jahr 2017 erhöhten sich die Kosten und Aufwendungen im Segment Österreich im Jahresvergleich um 2,2%. Bereinigt um die positiven Einmaleffekte in den Kosten und Aufwendungen im Vorjahreszeitraum in Höhe von 21,4Mio. EUR sowie die Restrukturierungsaufwendungen in 2016 und 2017 stiegen die Kosten und Aufwendungen im Jahresvergleich um 2,4 % an. Insbesondere erhöhten sich die Kosten für Endgeräte, die Zusammenschaltungsaufwendungen, was höheren Mengen zuzuschreiben war, sowie die Roaming-Kosten. Diese Anstiege wurden durch niedrigere Kosten für Netzwerkwartung und geringere Werbekosten teilweise wettgemacht. Die Kosten für Endgeräte stiegen hauptsächlich aufgrund von höheren Stützungen und höheren Mengen sowie erhöhten Kosten für IKT-Ausrüstung.

Der Anstieg in den Kosten und Aufwendungen wurde im Berichtsjahr durch höhere Umsatzerlöse mehr als wettgemacht. Dadurch stieg das EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 %. Ohne die Einmaleffekte in den Kosten und Umsatzerlösen sowie Restrukturierungsaufwendungen reduzierte sich das EBITDA leicht um 0,4 %.

Im Berichtszeitraum reduzierten sich die Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 %. Dieser Rückgang stand im Zusammenhang mit der Abschreibung von Sachanlagen im 2. Quartal 2016 im Zuge konzerninterner Transaktionen, die daher auf Gruppenebene keine Auswirkung hatte. Für das Segment Österreich ergibt sich in Summe im Jahresvergleich ein um 9,3 % höheres Betriebsergebnis.