Bulgarien

A1 Bulgarien - „You Lead“

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Im Jahr 2017 herrschte in Bulgarien weiterhin ein schwieriges Wettbewerbsumfeld vor. Dies zeigte sich besonders stark im Geschäftskundensegment, das sich zwar weiterhin verbessern konnte, im Jahresvergleich aber nach wie vor eine negative Entwicklung vorweist. Um dem Preisdruck entgegenzutreten, legte Mobiltel den Fokus weiterhin auf ein wertorientiertes Management und damit verbundene verstärkte Bemühungen zur Bindung hochwertiger Kunden. Das Festnetzgeschäft verzeichnete insbesondere aufgrund der Content-Strategie sowie einer höheren Nachfrage nach Festnetzlösungen für Unternehmen eine positive Entwicklung. Im 1. Quartal 2017 nahm Mobiltel für bestehende und neue Kunden exklusive Sportinhalte in sein Festnetzprodukt auf, die ab dem 2. Quartal 2017 in Rechnung gestellt wurden. Dies unterstützte den Anstieg der Erlöse aus Festnetzdienstleistungen.

Die Zahl der Gesamtkunden in der Mobilkommunikation ging im Berichtsjahr im Jahresvergleich um 3,2 % zurück, was hauptsächlich den Verlusten im Prepaid-Segment zuzuschreiben war. Letztere zeigten sich stark beeinflusst durch die nationale Vorschrift zur Begrenzung der Anzahl von Prepaid-Kartenaktivierungen pro Person, die seit 1. Juli 2017 gültig ist. Die Smartphone- und mobilen Breitbanddienste zeigten infolge der steigenden Nachfrage nach mobilen Datenzugriffen gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum. Der mobile Marktanteil erhöhte sich von 38,4 % auf 38,7 %. Durch die oben beschriebene Ausrichtung auf wertschöpfende Kundenbindung stieg der Vertragskundenanteil auf 88,0 % (2016: 85,4 %). Im Festnetzgeschäft nahm die Zahl der umsatzgenerierenden Einheiten (RGUs) im Jahresvergleich um 1,4 % ab, da das Wachstum im TV- und Festnetzbreitband-Geschäft den Verlust bei den Festnetzsprachdiensten nur teilweise kompensieren konnte.

Im Segment Bulgarien erhöhten sich die Umsatzerlöse im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 %. Hierfür waren die höheren Erlöse aus dem Verkauf von Endgeräten und steigende Erlöse aus Festnetzdienstleistungen sowie ein positiver Einmaleffekt in den sonstigen betrieblichen Erträgen im 3. Quartal 2017 in Höhe von 5,8 Mio. EUR infolge eines Rechtsvergleichs verantwortlich. Ohne diesen Einmaleffekt stiegen die Umsatzerlöse im Jahresvergleich um 3,2 %. Die Erlöse aus Mobilfunkdienstleistungen waren durch den Preisdruck im Geschäftskundensegment sowie regulatorische Effekte aus der Reduktion der Zusammenschaltungs- und Roaminggebühren beeinträchtigt. Die Umsatzerlöse im Festnetzgeschäft stiegen aufgrund der Einführung des exklusiven Sport-TV-Pakets und höherer Nachfrage nach Festnetzlösungen für Unternehmen sowie der Zunahme an Satelliten-TV-Kunden.

Der durchschnittliche monatliche Erlös pro Kunde (ARPU) blieb mit 5,5 EUR im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der durchschnittliche monatliche Erlös pro Festnetzanschluss (ARPL) erhöhte sich von 10,8 EUR im Jahr 2016 auf 11,4 EUR im Berichtsjahr, was durch das Upselling bestehender Kunden sowie die Verrechnung exklusiver Sportinhalte unterstützt wurde.

Der Anstieg der Kosten und Aufwendungen von 5,1% gegenüber dem Vorjahr war hauptsächlich durch höhere Kosten für Endgeräte infolge höherer Kosten für Smartphones bedingt. Zusätzlich stiegen die Personalkosten infolge von Vertriebsinitiativen an, während sich die Forderungsausfälle aufgrund geringerer Inkassi erhöhten. Diese Kostenanstiege konnten teilweise durch geringere Kosten für Netzwerkwartung und niedrigere Zusammenschaltungsaufwendungen ausgeglichen werden.

Im Segment Bulgarien konnten die steigenden Umsatzerlöse die erhöhten Kosten und Aufwendungen mehr als wettmachen, was dazu führte, dass das EBITDA im Berichtsjahr 2017 um 3,6% anstieg. Ohne den oben erwähnten positiven Einmaleffekt ging das EBITDA im Jahresvergleich um 1,0% zurück. Die Abschreibungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Markenwertabschreibung in Höhe von 99,7Mio. EUR im Zusammenhang mit dem konzernweiten Rebranding um 95,8% auf 215,7Mio. EUR. Daraus resultierte im Jahr 2017 ein negatives Betriebsergebnis in Höhe von –85,6Mio. EUR (2016: +15,4Mio. EUR). Ohne die Effekte aus der Markenwertabschreibung sank das Betriebsergebnis im Jahresvergleich um 8,4%.